Samstag, 16. März 2013

Lesenswert: Die Geisha von Arthur Golden (Rezension)

Titel: Die Geisha
Original: Memoirs of a Geisha
Übersetzung: Gisela Stege
Genre: Historischer Roman
Autor: Arthur Golden
Erschienen: 23.09.1997, in Deutschland: 1998
Taschenbuch, 7. Aufl., 2006, 35 Kapitel, 573 Seiten


Die Geisha - Buch & DVD
Buchrücken:
Zu Beginn der 30er Jahre wird das einfache Fischermädchen Chiyo in die alte Kaiserstadt Kyoto gebracht. Nach einer qualvollen Ausbildung steigt sie zu einer der begehrtesten Geishas in ganz Japan auf. Doch ihr Traum vom privaten Glück erfüllt sich erst nach dem Untergang der alten Geisha-Kultur.

Inhalt/Klappentext:
Japan zu Beginn der 30er Jahre: Die neunjährige Chiyo lebt mit ihrer bettelarmen Familie in einem kleinen Fischerdörfchen. Als ihre Mutter im Sterben liegt, verkauft der Vater Chiyo und ihre Schwester in das Vergnügungsviertel Gion der alten Kaiserstadt Kyoto. Bei ihrer Ankunft in Kyoto werden die beiden Mädchen getrennt: Chiyo kommt in ein Okiya, ein Geisha-Haus, die Spur der Schwester verliert sich. Star der Okiya ist Hatsumomo, eine faszinierend schöne, aber unglaublich launische Geisha, die bei den Herren in Gion sehr beliebt ist und daher für die Okiya viel Geld einbringt. Als Chiyo erfährt, dass ihre Schwester in ein Bordell verschleppt wurde, plant sie die Flucht - die jedoch kläglich scheitert. Chiyo wird in die Okiya zurückgebracht und zur Dienerin degradiert. Anderthalb Jahre wird sie von Hatsumomo gedemütigt. Doch als Chiyo erkennt, dass ihr altes Leben unwiderruflich vorbei ist, fügt sie sich in ihr Schicksal. Von da an ist ihr Aufstieg zu begehrtesten Geisha ganz Kyotos nicht mehr aufzuhalten. Doch dann lernt sie einen Mann kennen, in den sie sich unsterblich verliebt.

1. Satz:
Mal angenommen, Sie und ich säßen in einem stillen Raum mit Blick auf einen Garten, tränken grünen Tee, plauderten über lang vergangene Zeiten, und ich sage zu Ihnen: "Der Nachmittag, an dem ich den-und-den kennenlernte... das war der beste Nachmittag in meinem Leben, und zugleich der schlimmste."


Autor:
Arthur Golden, geboren 1957 in Tennessee, studierte japanische Geschichte und verbrachte mehrere Jahre in Japan. Der Roman "Die Geisha" ist sein erstes Buch, zu dem ihn eine alte Geisha inspirierte, eine gute Freundin seiner Großmutter. Über zehn Jahre hat er daran gearbeitet. Der Autor lebt heute mit seiner Frau und zwei Kindern in Brookline, Massachussetts.

Warum habe ich das Buch gekauft?
3 Gründe: 1. Weil mich die japanische Kultur fasziniert. 2. Weil mir auch schon der japanische Roman "Naokos Lächeln" von Haruki Murakami sehr gut gefallen hat. 3. Weil das Buch auch schon verfilmt wurde.

Meine Rezension:
Bisher hatte ich noch nie so einen dicken "Wälzer" gelesen, aber "Die Geisha" hat mich von Anfang an fasziniert. Trotzdem habe ich an einem Tag maximal 2 Kapitel gelesen, so hatte ich sehr lange (2 Monate) etwas von dem Buch. Das Cover gefällt mir übrigens sehr gut!
Erzählt wird der Aufstieg der armen Chiyo zu der erfolgreichen Geisha Sayuri aus der Ich-Perspektive (deswegen im Original auch Memoirs of a Geisha). Ich konnte mich von Anfang an gut in die kleine Chiyo, aber auch später in Sayuri
(mit dem "durchsichtigen, grauen Augen") als Geisha hineinversetzen. Sie hat viele Schicksalschläge hinnehmen müssen und ihr Leben als Fischermädchen und später als Dienerin und Lern-Geisha war wirklich hart. Ihr wurde nichts geschenkt, im Gegenteil, sie musste immer kämpfen, insbesondere gegen die fiese Geisha Hatsumomo. Beeindruckend war, wie sie sich nicht hat unterkriegen lassen. In der Geschichte wird sehr ausführlich über die Ausbildung und das Leben einer Geisha erzählt. Dabei erfährt man, dass eine Geisha weniger eine Bordell-Angestellte (wie viele denken) als vielmehr eine Unterhaltungskünstlerin ist, die in jahrelanger Ausbildung nicht nur gut singen, tanzen, musizieren und Tee zubereiten, sondern auch verschiedene Konversationstechniken beherrschen muss. Natürlich ist auch das Aussehen und die Kleidung von besonderer Bedeutung.
Aber nicht nur die Ausbildung und das Leben als Geisha, auch die unglückliche und heimliche Liebe zu dem "Direktor" zieht sich durch die gesamte Story. Ich hab mich immer gefragt, ob es wohl zu einem Happy-End kommt, oder nicht. Der Teil, in dem der Werdegang der kleinen Chiyo zur Geisha Sayuri erfolgt, hat mir auch am besten gefallen. Es gibt immer wieder Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Während des Krieges muss sie dann auf den gewohnten Luxus verzichten und hart arbeiten. Dieser Abschnitt wird nicht so detailliert geschildert. Man bekommt hier aber einen guten Eindruck vom Japan der Vorkriegsjahre, der Wirtschaft, den Menschen und dieser ganz eigenen Kultur. Danach wird sie wieder zur Geisha. Sayuri versucht weiterhin alles , um doch noch mit ihrer großen Liebe zusammen zu kommen...
In den letzten Kapiteln gibt es dann viele Zeitsprünge, bzw. es werden oft mehrere Jahre zusammengefasst. Aber das ist okay, denn das ist auch nicht mehr so interessant.

Fazit:

Das Buch, das auf wahren Begebenheiten, nämlich aus den Erzählungen einer alten Geisha, beruht, aber dennoch fiktiv ist, hat mich in eine andere Welt entführt. Es ist spannend, berührend, faszinierend und unglaublich gut geschrieben. Durch die Ich-Erzählweise fühlt man sich mit Chiyo bzw Sayuri sehr verbunden. Jetzt bin ich gespannt auf den Film!

Meine Bewertung:  5 von 5 Sternen
 

Links:
Fanread: Die Geisha - Kapitel 1 Teil 1
Amazon: Die Geisha von Arthur Golden
Wikipedia: Die Geisha (Roman)

Kommentare:

  1. Es freut mich, dass dir das Buch so gut gefallen hat. Bei mir steht es leider noch ungelesen im Regal. Ich finde die Thematik sehr interessant und faszinierend aber bisher habe ich mich noch nicht an das Buch heran gewagt.
    Vielleicht habe ich ja jetzt die nötige Motivation bekommen ;)

    Liebe Grüße,
    Nadine

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  2. Es freut mich, wenn auch ich dich mal zu etwas motivieren kann. Bisher ist es ja eher umgekehrt ... ;-)

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