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Freitag, 29. Dezember 2017

Leserückblick 2017

2017 habe ich 7 Romane und Kurzgeschichten mit 1.849 Seiten gelesen. Dazu kamen 4 Sachbücher/Ratgeber mit 1.128 Seiten. Insgesamt waren es 2.947 Seiten (8 S. pro Tag, 268 S. pro Buch).

Gelesene Bücher 2017
Romane
  1. Du findest mich am Ende der Welt +++++
    Nicolas Barreau

    Liebesroman, Frankreich (Paris), 285 S. (Jan)

  2. Der See +++-
    Banana Yoshimoto
    Japan, 221 S. (Jul-Aug)
  3. Sag mir, was du siehst +++
    Zoran Drvenkar
    Fantasy-Drama, Kroatien/Berlin, 270 S. (Nov-Dez)
Romane (Biografien)
  1. Bob, der Streuner ++++-
    James Bowen

    Roman, England
    (London),
    252 S, (Jan)
  2. Bob und wie er die Welt sieht ++++
    Roman, England
    (London),
    238 S, (Aug-Sep)
Reisebericht
  1. Das große Los ++++-
    Meike Winnemuth

    Reisebericht, Deutschland, 329 S. , (Jun-Jul)
Kurzgeschichten
  1. Von Männern, die keine Frauen haben +++-
    Haruki Murakami

    Erzählungen, Japan, 254 S. (Jan-Mrz)
Sachbücher / Ratgeber
  1. Wunder wirken Wunder
    Eckart von Hirschhausen

    Ratgeber/Sachbuch, Deutschland, 493 S. (seit Apr)
  2. Wohnungskatzen
    Linke-Grün & Wegler
    Deutschland, 256 S. (seit Dez)
  3. Traumkatzen
    Sylvia Born
    Deutschland, 238 S. (seit Apr)
  4. Professionelles Lead Management
    Jens Fuderholz
    Deutschland, 141 S., (Okt)
Das waren meine Lese-Rückblicke 2013, 2014, 2015 und 2016.

Wie viele Bücher hast du gelesen?
Was waren deine Highlights?

Samstag, 20. August 2016

Lesenswert: Be a Little Analog

Sitze am PC und lese dieses schöne Buch ... Paradox?!

Hier ein paar Denkanstöße aus dem Buch: 

"Öffne morgens zuerst ein Fenster, nicht Windows"  

"Nutze die log-out-Funktion deines E-Mail-Postfachs. Du stehst schließlich auch nicht den ganzen Tag vor deinem geöffneten Briefkasten." 

"Erkläre dein Schlafzimmer zur analogen Zone" 

"Werde Mono-Tasking-Fähig." 

"Klappe vor dem Schlafengehen ein Buch zu, nicht deinen Laptop."


Be a Little Analog

Titel: Be a little analog
Autor: Julius Hendricks
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag

Erstausgabe: 18. Januar 2016

Tags: entschleunigung, denkanstöße, digitaler wahn

Freitag, 4. Oktober 2013

Lesenswert: "Das also ist mein Leben" von Stephen Chbosky

Titel: Das also ist mein Leben
Originaltitel: The Perks of being Wallflower
Genre: Jugendbuch, Sozialdrama, Briefroman
Autor: Stephen Chbosky, Übersetzer: Oliver Plaschka
Handlungsort: Pittsburgh (USA)
Handlungszeit: 25.08.91 bis 23.08.92.

Erschienen: 1999 - Neuauflage: 01.09.11
Format: TB, 4 Kapitel & Epilog - 282 Seiten

Romanvorlage zum Kinofilm "Vielleicht lieber morgen" (2011)
mit Emma Watson und Logan Lerman in den Hauptrollen.

Das also ist mein Leben (Buch) / Vielleicht lieber morgen (DVD)



Zitat
"Wieso suchen sich die liebenswerten Leute immer die Falschen aus?" (Charlie)

Autor
Stephen Chbosky, 1970 in Pittsburgh geboren, studierte Filmwissenschaft an der "University of Southern California". Sein erster Film The Four Corners of Nowhere wurde 1995 auf dem "Sundance Festival" gezeigt, für das Drehbuch von Everything Divided gewann er zahlreiche Preise. Chbosky lebt zurzeit in Los Angeles und arbeitet gerade an einer Verfilmung von Das also ist mein leben.

Handlung
Anlässlich des Beginns seines ersten Schuljahres an der High School im Jahr 1991 erzählt der Protagonist Charlie in Briefen an eine ihm unbekannte Person von verschiedenen Situationen seines Lebens. Zu Beginn des Romans ist Charlie ein introvertierter und psychisch labiler Teenager, dessen einziger und bester Freund Selbstmord begangen hat. Auch seine ihm sehr nahe stehende Tante Helen ist verstorben. Im Verlauf des Romans lernt Charlie die etwas älteren Stiefgeschwister Sam und Patrick kennen. Charlie verliebt sich in die „außerordentlich schöne“ Sam. Auch mit dem homosexuellen Patrick freundet er sich an. Durch die beiden gewinnt Charlie einen neuen Freundeskreis, macht erste Liebes- und Drogenerfahrungen und findet Spaß an seinem Leben.
# Spoiler --> Gegen Ende erinnert sich Charlie an ein verdrängtes Kindheitstrauma, weshalb er einige Zeit in einer Klinik verbringen muss. Nach seiner Entlassung blickt Charlie zuversichtlich in eine angstfreie Zukunft. <-- Spoiler # (Quelle: Wikipedia)

Buchcover
"Das also ist mein Leben und ich will, dass du weißt, ich bin glücklich und traurig zugleich und versuche noch immer herauszufinden, wie das eigentlich sein kann."

Inhalt/Buchrücken
Charlie ist fünfzehn, und sein erstes Jahr an der Highschool beginnt. Es wird ein Jahr voller Geheimnisse und Wunder. Es wird das Jahr, in dem er begreift, was es heißt, Teil dieser Welt zu sein.

Inhalt/Klappentext
Wir wissen nicht, an wen Charlie seine Briefe schreibt. Aber wir wissen, warum er sie schreibt. Denn in seinem ersten Jahr an der Highschool wird er von einer geballten Ladung Leben erwischt: Veränderungen in der Familie, die erste Liebe, neue Freunde, Partys und Drogen, Gefühlszustände, wie er sie vorher nicht kannte, Bücher, von denen er noch nie gehört hatte. In Briefen an einen "Freund", die so berührend wie erhellend, so komisch wie traurig sind, erzählt er von einem Jahr, das sein Leben für immer prägen wird. Und von einem Geheimnis, das ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er ist ...
Das also ist mein Leben ist ein bewegendes Buch über Freundschaft, Liebe und die Frage, was das alles eigentlich zu bedeuten hat – Stephen Chbosky hat damit einen der schönsten Jugendromane aller Zeiten geschrieben.

1. Satz
"Lieber Freund, ich schreibe Dir, weil sie meinte, dass du zuhörst und verstehst und nicht versucht hast, auf dieser Party mit einer bestimmten Person zu schlafen, obwohl du das gekonnt hättest."

Warum habe ich das Buch gekauft?
Mir gefiel der Trailer zum Film und da dachte ich mir, dass es interessant wäre, das Buch vorher zu lesen.

Worum geht es (Tags)?
Jugend, Freundschaft, Liebe, Familie, Highschool, Drogen, Tod,
# Spoiler --> Trauma, Missbrauch <-- Spoiler #

Meine Meinung:

Cover:
Sehr schlicht (vorne unbeschiebenes zerknittertes Papier, hinten beschiebenes zerknittertes Papier), ohne Bild, aber mit folgendem Satz von Charlie:
"Das also ist mein Leben und ich will, dass du weißt, ich bin glücklich und traurig zugleich und versuche noch immer herauszufinden, wie das eigentlich sein kann."

Erzählweise
Das ganze Buch besteht aus Briefen von Charlie an einen unbekannten Freund und liest sich wie ein Tagebuch.

Was hat mir gefallen?
- Die Charktere sind gut herausgearbeitet.
- Charlie kommt sehr sympathisch rüber
  (ehrlich, freundlich, authentisch, verschlossen, denkt immer zuerst an die anderen)
- Es ist interessant, sich in die tiefsinnige Denkweise von Charlie hineinzuversetzen.
- Es werden viele Probleme von Jugendlichen realistisch angesprochen und beschrieben.
- Der Roman wird zum Ende hin immer besser.

Was gibt es zu kritisieren?
- Eigentlich kein Kritikpunkt, aber durch die Jugendsprache ist es anfangs nicht so flüssig zu lesen.
- Mich hätte auch schon interessiert, an wen Charlie die Briefe geschrieben hat.

Wer sollte das Buch lesen?
Auf jeden Fall Jugendliche zwische 14-18 Jahre.

Wer sollte das Buch nicht lesen?
Leser, die sich nicht für die Probleme Jugendlicher interessieren, oder die nie in dem Alter gewesen sind ;-)

Fazit:
Es war anfangs schwierig rein zu kommen. Vielleicht lag es an der Jugendsprache, den vielen kurzen Sätzen (später wurden die Sätze länger), oder an der ungewöhnlichen Briefform. Gegen Ende wurde es dann aber besser und es wurde dann auch klar, warum Charlie so war wie er war...Das hat dann meine Bewertung dann noch um 0,5 Punkte verbessert.

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen (Ganz gut)

Verfilmung: Vielleicht lieber morgen
Das Buch wurde sehr gut im Film umgesetzt. Ich finde, dass Charlies Probleme im Film sogar deutlicher werden. Ausnahmsweise ist der Film sogar besser als das Buch. Vielleicht hat es sogar Sinn zuerst den Film zu sehen.

Videokritiken zum Film





Links:

Amazon:
Wikipedia:
Videorezensionen:
Film

Hast du dieses Buch  auch gelesen?
Wenn ja, wie hat es dir gefallen?
Wenn nicht, willst du es noch lesen?

Sonntag, 8. September 2013

Lesenswert: "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes

Titel: Ein ganzes halbes Jahr
Originaltitel: Me before you
Genre: Beziehungsroman
Autorin: Jojo Moyes, Übersetzung: Karolina Fell
Dt. Erstausgabe: 21.03.2013, Gelesen: 5. Auflage 2013, Format: TB
Seiten: 520, Kapitel: 27 (+ Prolog und Epilog)

"Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes
"Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen."

Autorin:
Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.



Inhalt/Buchrücken:
Lou & Will. Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will.

1. Satz:
"Als er aus dem Bad kommt, ist sie wach, hat sich gegen das Kopfkissen gelehnt und blättert durch die Reiseprospekte, die neben seinem Bett gelegen haben."

Warum habe ich das Buch gekauft?
Das Buch stand lange Zeit auf der Spiegel-Bestsellerliste ganz oben; was ja nicht unbedingt was heißen muss.aber zumindest ein Grund ist, es sich mal genauer anzuschauen. Das Cover ist ein Hingucker und fiel mir auch in jedem Buchladen sofort auf. Schließlich wurde das Buch in einigen Blogs und Videorezensionen immer wieder empfohlen und gelobt. Ich habe mir dann das Buch ohne weiteres Vorwissen zum Inhalt gekauft und es dann auch nicht lange liegen lassen ...

Ein Tipp vorab:
Ihr solltet vorher nicht allzuviel über das Buch im Internet lesen, auch keine Videorezensionen sehen, denn die verraten teilweise schon zu viel! Auch ich versuche hier jetzt nicht allzuviel vom Inhalt vorwegzunehmen.

Worum geht es (Tags)?
Pflege/Betreuung, Tetraplegiker, Familie, Freundschaft, Liebe, ??? (wird nicht verraten), England

Meine Meinung:

Cover
Das Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet, der Titel ist so aufgedruckt, dass er etwas hervorsteht. Es sagt aber ansonsten nicht viel über den Inhalt des Buches aus.

Handlung
Der Klappentext verrät nicht viel, oder anders gesagt, man bekommt mehr als man erwartet. Dieses Buch als "Liebesroman" zu bezeichnen, finde ich nicht ganz passend. Das ist es zwar auch, aber erst im letzten Viertel des Buches. Ich würde das Buch eher als Beziehungsroman bezeichnen. Es geht um das Leben von Lou mit ihrem Freund, ihrer Familie und ihrem neuen Job. Insbesondere ihrem Job, Will zu betreuen ... Es geht natürlixh auch um das Leben von Will, der nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Hauptsächlich steht die Beziehung von Lou und Will im Vordergrund, die sich sehr interessant und abwechslungstreich gestaltet. Mehr möchte ich nicht verraten.

Erzählweise
Es wird überwiegend aus der Ich-Perspektive von Louisa (Lou) erzählt. Es gibt aber 5 Kapitel, die aus der Sicht von anderen erzählt werden, die in Bezeihung zu Lou oder Will stehen:
  • Camilla, Will's Mutter (Kapitel 8)
  • Nathan, Will' Pfleger (Kapitel 19)
  • Steven, Will's Vater (Kapitel 21)
  • Kathrina / Treena, Lou's Schwester (Kapitel 25)
  • Staatsanwaltschaft (Kapitel 27)
Ich fand diesen Perspektivwechsel durchaus interessant.

Was hat mir gefallen?
Der Roman ist sehr emotional (nicht romantisch oder schnulzig) und ich konnte mich (auch als Mann) gut in Lou hineinversetzen. Es gibt immer wieder positive Momente, die sich mit traurigen Momenten abwechseln. Eine emotionale Achterbahnfahrt! Wer nah am Wasser gebaut ist, wird sicher auch einige Tränen vergießen. Wenn das ein Roman schafft, finde ich das schon sehr bemerkenswert. Auch die Handlung nimmt immer wieder überraschende Wendungen! Der Roman ist auch sehr informativ. Man lernt viel über Menschen mit Behinderungen, insbesondere über Tetraplegiker (ein Begriff, den ich vorher noch nie gehört hatte).

Was gibt es zu kritisieren?
Vielleicht, dass der Roman zu kurz ist? Nein, ich denke die 520 Seiten sind passend. Aber das ist ja immer so bei einem guten Buch, dass man nicht möchte, dass das Buch endet, oder?

Wer sollte das Buch lesen?
Jeder, der Wert auf gut ausgearbeitete Charaktere und Beziehungsromane legt.

Fazit:
Lesen! Lesen! Lesen! ;-)

Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen (Sehr lesenswert)

Nachtrag: Der Roman soll auch bald verfilmt werden!

Links:
 Videorezension

Hast du dieses Buch schon gelesen?
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Mittwoch, 31. Juli 2013

Lesenswert: "Hector und die Entdeckung der Zeit" von Francois Lelord

Titel: Hector und die Entdeckung der Zeit
Originaltitel: Le nouveau voyage d'Hector. À la poursuite du temps qui passe
Genre: Unterhaltungsliteratur
Autor: Franҫois Lelord
Übersetzung: Ralf Pannowitsch
Erschienen: 2006 - Dt. Erstausgabe: 01.02.2008
Format: Gebundene Ausgabe - 212 Seiten

Hector und die Entdeckung der Zeit - Franҫois Lelord

Zitat:
"Das intensive Leben läßt die Stunden kurz und die Erinnerungen lang erscheinen."

Autor/in:
Franҫois Lelord, 1953 geboren, promovierter Psychiater, gab 1986 seine Praxis auf. Danach war er Unternehmensberater in den Bereichen Arbeitszufriedenheit und Stress. Seit 2004 praktiziert er als Psychiater in Krankenhäusern in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt. Lelord ist mit einer Vietnamesin verheiratet und lebt seit 2008 jeweils ein halbes Jahr in Paris und Bangkok.

Inhalt/Klappentext:
"Es war einmal ein junger Psychiater, der Hector hieß … Natürlich wollten alle, die zu ihm kamen, das Rezept zum Glücklichsein, und Hector hatte genügend Erfahrung, um dem einen oder anderen helfen zu können. Aber es beschäftigte ihn noch etwas anderes, und er verbrachte mehr und mehr Zeit damit, über Zeit nachzudenken. Über ihren steten Fluss, die Jahre, die verfliegen, und die Frage, warum alle immer zu wenig Zeit haben, obwohl sie ständig in Eile sind. Und obwohl doch jeder eine Menge Zeit spart, weil alles schneller geht als damals, als man noch lange Briefe schrieb.
François Lelord schickt seinen Held in ein neues Abenteuer, und dieses Mal gelingt es Hector, etwas äußerst Flüchtiges einzufangen: die Zeit, die uns Tag für Tag davoneilt."

Inhalt/Buchrücken:
"Existiert die Zeit überhaupt, wenn das Vergangene vergangen ist, die Gegenwart augenblicklich Vergangenheit wird und das Zukünftige sich noch nicht ereignet hat?
Hector, der weltberühmte "Held reinen Herzens" (Der Spiegel), begibt sich auf ein neues Abenteuer und macht sich unerschrocken auf die Suche nach der verlorenen Zeit."

1. Satz:
"Es war einmal ein junger Psychiater namens Hector."

Warum habe ich das Buch gekauft?
Die Hector-Bücher sind mir immer wieder in diversen Buchläden über den Weg gelaufen. Die Frage war dann nur, lese ich das Buch über das Glück, die Liebe oder die Zeit? Ich habe mich für die Zeit entschieden, ein Fehler?

Worum geht es (Tags)?
Zeit, Philosophie, Psychologie, Psychotherapie, Frankreich, Reise, Inuit, China, Mönch

Meine Meinung:

Cover
Die Person auf dem Cover sieht viel zu jung aus, als dass man sie für Hector halten könnte, obwohl im Buch steht, dass er jünger aussieht, als er eigentlich ist. Farblich gefällt mir das Cover aber ganz gut.

Handlung
Die Handlung hat mich nicht so gepackt. Das ersten 47 Seiten haben mir noch ganz gut gefallen, aber dann, als Hector auf Reisen ging bin ich nur noch langsam vorangekommen, weil ich einfach nicht so neugierig war, wie es weitergeht. Die 25 Zeit-Etüden, die Hector aufgestellt hat und die auf Seite 170 ff noch einmal zusammengefasst werden, fand ich jetzt auch nicht so interessant, einfallsreich oder neu.

Was hat mir gefallen?
Gefallen hat mir besonders der Anfang des Buches, als Hector über die Menschen nachgedacht hat, die zu ihm in die Praxis gekommen sind.
Obwohl ich schon viele Bücher über Zeit und Zeitmanagement gelesen habe, und somit oft über die Zeit nachgedacht habe, konnte ich auch aus diesem Buch noch einige neue interessante Gedanken entdecken. 

Was gibt es zu kritisieren?
Die Reisen und die Suche nach dem alten Mönch fallen etwas langatmig aus.

Wer sollte das Buch lesen?
Wer sich für Philosophie und Psycholgie begeistern kann und wer sich öfters Gedanken über die Zeit macht, für den ist es sicher lesenswert. 

Fazit:
Das Buch animiert mich leider nicht, weitere Bücher von Hector bzw. Francois Lelord zu lesen. Habe ich vielleicht mit dem falschen Hector-Buch angefangen? Das Thema fand ich aber dennoch interessant und es hat mich auch zum Nachdenken angeregt. Knappe 3,5 Sterne... 

Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen (Noch lesenswert) 

Links:
Amazon: Hector und die Entdeckung der Zeit
Wikipedia: Franҫois Lelord


Hast du dieses Buch  auch gelesen?
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Wenn nicht, willst du es noch lesen?
Hast du vielleicht schon andere Hector-Bücher von
Franҫois Lelord gelesen?

Sonntag, 30. Juni 2013

Lesenswert: "In China essen sie den Mond" von Miriam Collée

Titel: In China essen sie den Mond
Sub-Titel: Ein Jahr in Shanghai
Genre: Humorvoller Erlebnisbericht
Autorin: Miriam Collée
Dt. Erstausgabe: 01.09.2009
Format: TB, 2. Auflage 2010
13 Kapitel mit 60 Subkapitel - 267 Seiten

In China essen sie den Mond - Miriam Collée

(Über-)leben im Reich der Mitte

Autorin:
Miriam Collée, geboren 1973, arbeitete beim STERN, bis sie 2008 ihren Job auf gab, um mit Mann und kleiner Tochter nach Shanghai aufzubrechen.

Inhalt/Buchrücken:
Mitte Ein kleines Haus an der Alster, eine Schaukel im Garten, die Biokiste vor der Tür - eine junge Familie scheint am Ziel ihrer Träume angelangt. Wäre da nicht das Jobangebot aus China: Miriam, 35, Tobias, 37, und Amélie, 3, ziehen in ein Reihenhaus nach Shanghai, wo sie es als einzige Langnasen in chinesischer Nachbarschaft mit Fengshui-Geistern, toten Hühnern auf der Wäscheleine und Tupperdosen-Toiletten zu tun bekommen.

Inhalt/Klappentext:
Das Leben könnte so schön sein: ein kleines Haus an der Alster, ein großer Garten, Rundumbetreuung fürs Kind, gute Jobs für die Eltern und auch sonst alles, was das Herz begehrt. Wäre da nicht dieses Angebot aus China: Miriam und ihre kleine Familie stürzen sich ins Abenteuer und ziehen nach Shanghai Downtown – in eine Stadt, in der man zwar alles kaufen kann, nur keine frische Luft. In der 20 Millionen Menschen wohnen, die gern mal im Schlafanzug auf die Straße gehen und rückwärts laufen, um sich zu entspannen. In der Frauen Crispy, Toffie oder Chanel heißen und Angestellte einen im Stich lassen, weil sie sich eine westliche Nase operieren lassen.

1. Satz:
"Computer says no."

Warum habe ich das Buch gekauft?
Zum einen hat mich der Buchtitel und das Cover angesprochen und zum anderen hat mich interessiert, wie die Chinesen so leben.

Worum geht es (Tags)?
China, Shanghai, Erlebnisbericht, Expats, Familie, Kultur

Meine Meinung:

Cover
Das Cover gefällt mir sehr gut und beschreibt den Inhalt des Buches sehr passend: die Familie, der angebissene Mond, das geschenkte und das hängende Huhn, die vielen Wäscheleinen, ...

Handlung
In dem Buch schildert Miriam Collèe ihre Erlebnisse, die sie in ihrem ersten Jahr in Shanghai gemacht hat. Das Buch ist dabei in 13 Kapitel, also den ersten 13 Monaten eingeteilt. Was es mit dem angebissenen Mond auf sich hat, wird sehr humorvoll in dem Kapitel "Das Mondfest" ab Seite 110 beschrieben. Man erfährt viel über das Leben in China, die Traditionen, über die Menschen, ihre Ernährung (da kann einem manchmal schon schlecht werden) und über Handwerker!

Erzählweise
Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Miriam Collée geschrieben - und das recht humorvoll, was das Buch lesenswert macht.

Was hat mir gefallen?
Mir hat es gefallen, in das Leben in China einzutauchen und ich hab viel interessantes und merkwürdiges über die Chinesen erfahren.

Was gibt es zu kritisieren?
Das Buch gibt eine sehr subjektive Meinung über China wieder. Klar, es ist ja auch "nur" ein Erlebnisbericht. Etwas genervt haben mich aber die ständigen Wiederholungen der Probleme, die die Familie mit einheimischen Handwerkern hatte. Es wird auch überwiegend aus der Sicht der Mutter erzählt, die Arbeit des Vaters oder auch die Eindrücke des Kindes kommen meiner Meinung nach zu kurz. Sie wirkt auch sehr verwöhnt und lässt sich nicht wirklich auf das Leben in China ein. Eigentlich wäre sie doch lieber wieder in ihrer Heimat. Insgesamt werden mir die Chinesen von ihr auch viel zu negativ dargestellt....

Wer sollte das Buch lesen?
Leute, die sich für Asien und das Leben in China interessieren, oder die vor haben nach China zu reisen. Aber das Buch sollte nicht die einzige "Vorbereitung" dafür sein...

Fazit:
Ich hab mich überwiegend gut unterhalten gefühlt, aber es war nicht so, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Vielleicht konnte ich mich auch einfach nicht so mit der Familie bzw mit Miriam Collée identifizieren.

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen (Ganz gut)

Link:
In China essen sie den Mond auf Amazon


Hast du dieses Buch  auch gelesen?
Wenn ja, wie hat es dir gefallen?
Wenn nicht, willst du es noch lesen?

Freitag, 14. Juni 2013

Lesenswert: "Für Eile fehlt mir die Zeit" von Horst Evers

Titel: Für Eile fehlt mir die Zeit
Genre: Alltags-Kurzgeschichten mit Humor
Autor: Horst Evers
Erstausgabe: 01.01.2011
Format: Taschenbuch, 7. Auflage 2012
5 Kapitel - 49 Kurzgeschichten - 222 Seiten

Für Eile fehlt mir die Zeit von Horst Evers
Zitat (Klappentext):
"Leider ist in den Geschichten viel mehr wahr, als man vermuten sollte." (Horst Evers)

Autor:

Horst Evers, geboren 1967 in der Nähe von Diepholz in Niedersachsen, studierte Germanistik und Publizistik in Berlin. Er jobbte als Taxifahrer und Eilzusteller bei der Post und gründete 1990 zusammen mit Freunden die Textleseshow «Dr. Seltsams Frühschoppen», die bald zur erfolgreichsten Lesebühne im deutschsprachigen Raum wurde. Horst Evers erhielt u. a. den Deutschen Kabarettpreis (2002) und den Deutschen Kleinkunstpreis (2008). Jeden Sonntag ist er auf radioeins zu hören. Seine Geschichtenbände, zuletzt «Für Eile fehlt mir die Zeit», sind Bestseller. Horst Evers lebt mit seiner Familie in Berlin.

Inhalt/Buchrücken:
Andere nennen es Alltag. Horst Evers nennt es Schikane.
Von Horst Evers bekommt man viele Tipps, wie die Welt ohne viel Aufwand sehr zu verbessern wäre. Zum Beispiel: «Wir nehmen allen Berlinern ihre Hunde weg und geben ihnen dafür je vier Hühner. Dann lägen auf den Bürgersteigen Eier. Es wäre quasi das ganze Jahr über Ostern.»
Auch Rechnen kann man bei Horst Evers lernen: «Wer jeden Tag eine Stunde laufen geht, verlängert zwar seine Lebenserwartung im Schnitt um circa zwei Jahre, verbraucht aber insgesamt vier Jahre seines Lebens nur fürs Laufen.»
Vor allem aber erzählt Horst Evers Geschichten: ausgesprochen komische Geschichten aus dem Hier und Jetzt. Geschichten, die sich hüten, auch nur einen einzigen Ratschlag zu erteilen, aber trotzdem helfen.

1. Satz:
"Sitze im Zug und arbeite am Computer."

Warum habe ich das Buch gekauft?
Das Buch habe ich am Bahnhofskiosk liegen sehen. Der Titel hat mich sofort angesprochen. Da ich Horst Evers auch vom TV her kannte, habe ich es mir gekauft.

Worum geht es (Tags)?
Alltagsbeobachtungen, Jahreszeiten, Berlin



Meine Meinung:

Cover
Ein Mensch als Rakete... Erschließt sich mir nicht so ganz. Das soll wohl die Eile in Raum und Zeit darstellen.

Handlung
Gibt es in dem Sinne keine. Das Buch ist in 5 Kapitel aufgeteilt: Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Zweiter Frühling. Jedes Kapitel enthält etwa 10 Kurzgeschichten aus dem Alltag, die jeweils im Schnitt 4 Seiten lang sind. Die Kapitel heißen z. B. "Ich könnte auch Heidi Klum sein", "Gutenberg 2.0", "Wenn ich Jack Bauer wär" oder "Kulturstadt Bielefeld". Je nach Thema sind die Geschichten mal mehr und mal weniger interessant, aber eigentlich immer recht lustig geschrieben.

Erzählweise
Es wird aus der Ich-Perspektive von Horst Evers geschrieben. Also, es gibt keine fiktive Figur, sondern es sind Geschichten von bzw. über Horst Evers selbst.

Was hat mir gefallen?
Bei der Kürze der Geschichten kann man das Buch gut mal zwischendurch lesen: im Zug, in der Mittagspause, oder vor dem Schlafen gehen als Bettlektüre.

Was gibt es zu kritisieren?
Auch wenn das Buch in Jahreszeit-Kapiteln eingeteilt ist, fehlt irgendwie der Zusammenhang. Mache Kurzgeschichten greifen jedoch Situationen aus anderen Geschichten auf.

Wer sollte das Buch nicht lesen?
Leute ohne Humor. ;-)

Wer sollte das Buch lesen?
Alle die Horst Evers auch als Kabarettisten kennen.

Ein Satz, der mir gut gefallen hat:
"Es ist wie verhext. Wenn ich am Frühstückstisch sitze, bin ich müde. Wenn ich im Bett liege, habe ich Hunger. Immer am falschen Ort zur falschen Zeit."

Fazit:

Ich hab mir zwar etwas mehr erwartet, vielleicht mehr zitatfähige Sprüche, aber insgesamt hab ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Vielleicht gibt es ja noch bessere Bücher von ihm. "Mein Leben als Suchmaschine" hört sich jedenfalls interessant an.

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen (Lesenswert)

Links:
Amazon: Für Eile fehlt mir die Zeit
Wikipedia: Horst Evers
Autor: www.horst-evers.de
Videorezension: Rezi 1, Rezi 2


Hast du dieses Buch  auch gelesen?
Wenn ja, wie hat es dir gefallen?
Wenn nicht, willst du es noch lesen?
Hast du vielleicht schon andere Bücher von Horst Evers gelesen?

Sonntag, 19. Mai 2013

Lesenswert: "Goodbye Chinatown" von Jean Kwok

Titel: Goodbye Chinatown Originaltitel: Girl in Translation
Genre: Zeitgenössische Literatur, Roman mit autobiografischem Bezug

Autorin: Jean Kwok, Übersetzung: Verena Kilchling,
Erschienen: 2010, Dt. Erstausgabe: 18.06.12
Format: Taschenbuch, 14 Kapitel, 347 Seiten

"Goodbye Chinatown" von Jean Kwok


Autorin:
Jean Kwok wurde als jüngstes von sieben Kindern in Hongkong geboren. Ihre Familie emigrierte nach Brooklyn, wo auch Jean lange Zeit in einem Sweatshop in Chinatown arbeitete. Sie wurde frühzeitig an der Harvard-Universität angenommen und übernahm dort meistens vier Jobs gleichzeitig, um ihre Familie zu unterstützen und ihr Studium zu finanzieren. Heute lebt Jean Kwok mit ihrem Mann und zwei Söhnen in den Niederlanden. »Goodbye Chinatown« ist ihr erster Roman.


Jean Kwok über "Girl in Translation"



Inhalt/Buchrücken:
Tagsüber fasziniert sie ihre Lehrer mit ihrem brillanten Verstand. Nachts näht sie für einen Hungerlohn Röcke in Chinatown. Die junge Kimberly Chang lebt in zwei Welten. Doch nur eine Welt kann ihr eine Zukunft bieten...
Die elfjährige Kimberly Chang verlässt mit ihrer Mutter Hongkong, um in New York bei einer Verwandten ein neues Leben zu beginnen. Doch dort angekommen, lässt Tante Paula die beiden für einen Hungerlohn in ihrer Kleiderfabrik arbeiten. Kimberly aber ist ein hochbegabtes Kind mit einem brillanten mathematischen Verstand. Ihre Lehrer merken bald, dass sie zu Höherem bestimmt ist. Doch Kimberly kann ihren Weg nur gehen, wenn es ihr gelingt, auch ihre sanftmütige Mutter aus dem Elend Chinatowns herauszuholen.


Worum geht es (Tags)?
Auswandern, New York, China, Fabrikarbeit, Stipendium, Familie, Freundschaft, Erste Liebe


Warum habe ich das Buch gekauft?
Ich interessiere mich für asiatische Literatur. Bisher habe ich aber nur Bücher aus Japan gelesen. Die Geschichte spielt zwar nicht in Asien, sondern in den USA, aber es geht um ein chinesisches Mädchen, das mit ihrer Mutter nach Amerika ausgewandert ist. Mir gefiel auch, dass es
mit autobiografischem Bezug geschrieben wurde.
 
1. Satz:
"Ich bin mit einem Talent auf die Welt gekommen."


Meine Rezension:
Cover
Das Cover hat mich sofort angesprochen. Ich konnte mir das Mädchen auf dem Buchcover gut als Kimberly vorstellen.
Erzählweise
Die Geschichte wird in der Ich-Erzählung, aus der Sicht von Kimberly, rückblickend erzählt. Oft werden chinesische Redewendungen eingefügt, die anschließend erläutert werden. Das hat mir gut gefallen. 
Handlung
Beim Lesen habe ich immer nur gedacht, mein Gott, wie halten Kim und ihre Mutter das nur aus, unter so ärmlichen Bedingungen zu leben? Welche Kraft und welchen Willen muss ein elfjähriges Mädchen haben, um sich praktisch ganz allein, in der neuen Umgebung in einem neuen Land zurecht zu finden? Immer wieder gibt es Rückschläge, man leidet mit ihr und fragt sich, wann es endlich besser wird... Es dauert sehr lange. Inhaltlich geht es um die Beziehung von Kim zu ihrer Mutter (die kaum ein Wort englisch spricht), ihrer Tante (die sie nach Amerika gebracht hat), ihrer besten Freundin, den (fiesen) Mitschülern, den Lehrern und um die erste Liebe. Es geht um das Leben in einer unwürdigen Wohnung, die harte Arbeit in einer Kleiderfabrik, das Lernen in der Schule und das Überleben fast ohne finanzielle Mittel. Alles wirkt sehr realistisch. Überhaupt hab ich das Gefühl. dass der Roman autobiografische Elemente enthält.
Ende
Im letzten Kapitel sind 12 Jahre vergangen und man erfährt, wie sich das Leben von Kimberly weiterentwickelt hat. Mir hat der Schluss gut gefallen, denn es gibt keine offenen Fragen mehr. Das Abschlusskapitel ist noch einmal hochemotional und man stellt sich die Frage, hätte ich in ihrer Situation (vor 12 Jahren) auch so gehandelt?

Fazit:
Das Buch hat mich ähnlich gefesselt, wie "Die Geisha" von Arthur Golden, deshalb volle Punktzahl! Ich kann mir gut vorstellen, und ich hoffe, dass das Buch auch noch verfilmt wird.


Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen (Sehr empfehlenswert)
 
Links:
Goodbye Chinatown bei Amazon

Goodbye Chinatown bei LovelyBooks
Video-Rezension
Website von Jean Kwok

Hast du dieses Buch  auch gelesen?
Wenn ja, wie hat es dir gefallen? 
Wenn nicht, willst du es noch lesen?

Freitag, 26. April 2013

Lesenswert: Tsugumi von Banana Yoshimoto

Tsugumi (Banana Yoshimoto)
Titel: Tsugumi
Originaltitel: Tugumi (Japan)

Genre: Roman, Erzählung
Autorin:
Banana Yoshimoto
Übersetzung:
Annelie Ortmanns

Erschienen: 1989
Dt. Erstausgabe: 01.08.1997
Taschenbuch
12 Kapitel, 187 Seiten


Autorin:
Banana Yoshimoto (ihr wirklicher Name lautet Mahoko Yoshimoto) wurde am 26.07.1964 in Tokio geboren und schreibt, seit sie sieben ist. Sie wird von Japans Jugend als Kultautorin verehrt. Für ihre Romane hat sie schon einige Preise bekommen, für "Tsugumi z.B. gewann sie 1989 den 2. Yamamoto Shūgorō Preis. Tsugumi wurde 1990 auch verfilmt!

Inhalt/Buchrücken:
Zwei Mädchen, die auf der Halbinsel Izu eine idyllische Kindheit verbracht haben, erneuern hier jeden Sommer ihre Freundschaft: die Ich-Erzählerin Maria und die wilde Tsugumi, deren Temperament nicht so recht zu ihrer fragilen Gesundheit passen will. Es ist der letzte Sommer einer engen Mädchenfreundschaft. Und auch die Inselidylle nimmt ein jähes Ende. Denn im Ort wird ein großes Hotel gebaut, das den Ruin der kleinen Gasthöfe bedeutet. Tsugumi lernt einen jungen Mann kennen, der im Ort heftig angefeindet wird. Er scheint der einzige zu sein, der das eigenwillige Mädchen zu erobern vermag. Aber die zarte Liebesgeschichte endet beinahe in einer Katastrophe.

1. Satz:
"Sicher, Tsugumi war schon ein unmögliches Mädchen..."

Warum habe ich das Buch gekauft?
Nachdem ich von Haruki Murakami (Naokos Lächeln) begeistert war, wollte ich nun noch einen 2. japanischen Autor/in kennenlernen, weil mich das Leben und die Kultur von Japan interessiert. Sehr gut gefallen hat mir auch "Die Geisha" von Arthur Golden.

Worum geht es (Tags)?
Freundschaft, Jugend, Erwachsenwerden, Familie, Liebe, Krankheit, Abschied nehmen, Tod, Hunde, Sommerurlaub, Izu, Tokio, Japan

Meine Rezension:
Die beiden jugendlichen Mädchen, die Ich-Erzählerin Maria (19) und ihre Cousine Tsugumi (18) - die todkrank ist, aber sich überhaupt nicht so verhält - sind zwei Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Trotzdem sind sie beste Freundinnen. Sie lebten von klein auf an zusammen in einem kleinen Küstenort, bis Maria nach Tokio zieht. Für einen Sommer kehrte sie aber ein letztes Mal zurück in die Heimat…
Ich hab etwas gebraucht, um in das Buch hineinzukommen. Es fehlte die Spannung, das Ziel – wo soll die Geschichte hinführen? Das wäre auch mein größter Kritikpunkt.
Trotzdem, Banana Yoshimoto gelingt es, die Menschen und das Leben in Japan realistisch darzustellen und wenn man sich auf die Geschichte einlässt, ist es spannend zu sehen, wie sich die Freundschaft zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Mädchen entwickelt.
Das Cover gefällt mir nicht so gut, denn das asiatische Mädchen sieht nicht so aus, wie ich mir die wilde Tsugumi verstellen würde.
Gut zu wissen: Einige japanische Wörter werden in Fußnoten erklärt. Das hat mir sehr gut gefallen und trägt zum Verständnis bei.
Im Nachwort erfährt man von Banana Yoshimoto, dass sie Tsugumi ist und nicht etwa die Ich-Erzählerin Maria!

Wer sollte das Buch nicht lesen?
Wer gerne spannende Bücher liest, ist hier falsch.

Fazit:
Mir hat das Buch, nach einer Eingewöhnungsphase, insgesamt gut gefallen und ich werde mir mit Sicherheit noch ein zweites Buch von Banana Yoshimoto lesen.

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen (Lesenswert)

Links:
Amazon: Tsugumi
Wikipedia: Banana Yoshimoto
Website von Banana Yoshimoto
Blog von Banana Yoshimoto
Italienisches Fanvideo
Video-Rezension (auf englisch) 

Hast du dieses Buch  auch gelesen?
Wenn ja, wie hat es dir gefallen? 
Wenn nicht, willst du es noch lesen?
Hast du vielleicht schon andere Bücher von Banana Yoshimoto gelesen?

Freitag, 12. April 2013

Lesenswert: Die Schachspielerin von Bertina Henrichs (Rezension)

Titel: Die Schachspielerin
Original: La joueuse d'échecs
Genre: Gegenwartsliteratur
Autor: Bertina Henrichs
Übersetzung: Claudia Steinitz
Erschienen: 01.02.2006
Taschenbuchausgabe: 08.2007, 175 Seiten

Die Schachspielerin von Bertina Henrichs

Autorin:
Bertina Henrichs wurde 1966 in Frankfurt am Main geboren. Sie studierte Literatur- und Filmwissenschaft und lebt seit langem in Paris, wo sie als Schriftstellerin und Filmemacherin arbeitet. Ihr Debutroman "Die Schachspielerin" war in Frankreich und Deutschland ein Bestseller, wurde mit dem Corine-Buchpreis für das beste Debüt ausgezeichnet und fürs Kino verfilmt.

Buchrücken:
Das Zimmermädchen Eleni stößt eines Morgens beim Aufräumen eine Schachfigur um – und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Sie kann das geheimnisvolle Spiel der Könige einfach nicht vergessen. Als Eleni ein Trick einfällt, um das Schachspielen zu lernen, beginnt für sie ein Abenteuer mit unabsehbaren Folgen. Denn mit ihrer Leidenschaft riskiert sie bald ihre Ehe, ihren guten Ruf, ihr ganzes bisheriges Leben.

Inhalt/Klappentext:
Im Leben von Eleni ist eigentlich alles in schönster Ordnung: Sie führt eine gute Ehe mit Panos, dem Besitzer der Autowerkstatt, hat zwei wohlgeratene Kinder und liebt ihren Beruf als Zimmermädchen im Hotel Dionysos auf Naxos. Doch dann stößt Eleni bei der Arbeit die Figur einer unbeendeten Schachpartie um. Wohin gehört die kleine Holzfigur? Eleni versteht nichts vom Schach und stellt sie verlegen neben das Brett. In den Tagen darauf wird sie den Gedanken an das geheimnisvolle Spiel nicht mehr los, das für sie eine neue, fremde, aufregende Welt verkörpert. Sie träumt davon, das Schachspielen zu erlernen. Aber gehört sich das für ein einfaches Zimmermädchen? Für Eleni beginnt ein Abenteuer mit unabsehbaren Folgen ..

1. Satz:
"Es wurde wieder Sommer."

Warum habe ich das Buch gekauft?
Mich hat das Buch interessiert, weil ich auch gerne Schach spiele.

Meine Rezension:
Mir hat die ungewöhnliche Geschichte um eine "einfache" Frau, die unter allen Umständen das Schachspielen erlernen möchte, sehr gut gefallen. Ich habe nur nicht so ganz nachvollziehen können, warum die Menschen auf der griechischen Insel "Naxos" und sogar die eigene Familie, sich so schwer damit getan haben, dass ein Zimmermädchen  das Schachspiel erlernen möchte. Liegt es an der griechischen Mentalität? Am Inselleben? Ich habe jedenfalls mit ihr mitgefiebert, dass sie sich durchsetzen kann und auch gehofft, dass sie Erfolg haben wird. Es ist ein Buch, das Mut macht seine persönlichen Ziele, Träume und Wünsche zu verfolgen, auch wenn sie noch so unerreichbar erscheinen. Auf jeden Fall wollte ich auch den Film dazu sehen ...

Wer sollte das Buch lesen?
- Schachspieler/innen
- Leser/innen, die motiviert werden möchten, eine scheinbar unerreichbares Ziel zu erreichen.

Fazit:
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen (Lesenswert)

Links:
Amazon: Die Schachspielerin
Meine DVD-Kritik: Die Schachspielerin
Video-Rezension: Glimmerfee

Samstag, 16. März 2013

Lesenswert: Die Geisha von Arthur Golden (Rezension)

Titel: Die Geisha
Original: Memoirs of a Geisha
Übersetzung: Gisela Stege
Genre: Historischer Roman
Autor: Arthur Golden
Erschienen: 23.09.1997, in Deutschland: 1998
Taschenbuch, 7. Aufl., 2006, 35 Kapitel, 573 Seiten


Die Geisha - Buch & DVD
Buchrücken:
Zu Beginn der 30er Jahre wird das einfache Fischermädchen Chiyo in die alte Kaiserstadt Kyoto gebracht. Nach einer qualvollen Ausbildung steigt sie zu einer der begehrtesten Geishas in ganz Japan auf. Doch ihr Traum vom privaten Glück erfüllt sich erst nach dem Untergang der alten Geisha-Kultur.

Inhalt/Klappentext:
Japan zu Beginn der 30er Jahre: Die neunjährige Chiyo lebt mit ihrer bettelarmen Familie in einem kleinen Fischerdörfchen. Als ihre Mutter im Sterben liegt, verkauft der Vater Chiyo und ihre Schwester in das Vergnügungsviertel Gion der alten Kaiserstadt Kyoto. Bei ihrer Ankunft in Kyoto werden die beiden Mädchen getrennt: Chiyo kommt in ein Okiya, ein Geisha-Haus, die Spur der Schwester verliert sich. Star der Okiya ist Hatsumomo, eine faszinierend schöne, aber unglaublich launische Geisha, die bei den Herren in Gion sehr beliebt ist und daher für die Okiya viel Geld einbringt. Als Chiyo erfährt, dass ihre Schwester in ein Bordell verschleppt wurde, plant sie die Flucht - die jedoch kläglich scheitert. Chiyo wird in die Okiya zurückgebracht und zur Dienerin degradiert. Anderthalb Jahre wird sie von Hatsumomo gedemütigt. Doch als Chiyo erkennt, dass ihr altes Leben unwiderruflich vorbei ist, fügt sie sich in ihr Schicksal. Von da an ist ihr Aufstieg zu begehrtesten Geisha ganz Kyotos nicht mehr aufzuhalten. Doch dann lernt sie einen Mann kennen, in den sie sich unsterblich verliebt.

1. Satz:
Mal angenommen, Sie und ich säßen in einem stillen Raum mit Blick auf einen Garten, tränken grünen Tee, plauderten über lang vergangene Zeiten, und ich sage zu Ihnen: "Der Nachmittag, an dem ich den-und-den kennenlernte... das war der beste Nachmittag in meinem Leben, und zugleich der schlimmste."


Autor:
Arthur Golden, geboren 1957 in Tennessee, studierte japanische Geschichte und verbrachte mehrere Jahre in Japan. Der Roman "Die Geisha" ist sein erstes Buch, zu dem ihn eine alte Geisha inspirierte, eine gute Freundin seiner Großmutter. Über zehn Jahre hat er daran gearbeitet. Der Autor lebt heute mit seiner Frau und zwei Kindern in Brookline, Massachussetts.

Warum habe ich das Buch gekauft?
3 Gründe: 1. Weil mich die japanische Kultur fasziniert. 2. Weil mir auch schon der japanische Roman "Naokos Lächeln" von Haruki Murakami sehr gut gefallen hat. 3. Weil das Buch auch schon verfilmt wurde.

Meine Rezension:
Bisher hatte ich noch nie so einen dicken "Wälzer" gelesen, aber "Die Geisha" hat mich von Anfang an fasziniert. Trotzdem habe ich an einem Tag maximal 2 Kapitel gelesen, so hatte ich sehr lange (2 Monate) etwas von dem Buch. Das Cover gefällt mir übrigens sehr gut!
Erzählt wird der Aufstieg der armen Chiyo zu der erfolgreichen Geisha Sayuri aus der Ich-Perspektive (deswegen im Original auch Memoirs of a Geisha). Ich konnte mich von Anfang an gut in die kleine Chiyo, aber auch später in Sayuri
(mit dem "durchsichtigen, grauen Augen") als Geisha hineinversetzen. Sie hat viele Schicksalschläge hinnehmen müssen und ihr Leben als Fischermädchen und später als Dienerin und Lern-Geisha war wirklich hart. Ihr wurde nichts geschenkt, im Gegenteil, sie musste immer kämpfen, insbesondere gegen die fiese Geisha Hatsumomo. Beeindruckend war, wie sie sich nicht hat unterkriegen lassen. In der Geschichte wird sehr ausführlich über die Ausbildung und das Leben einer Geisha erzählt. Dabei erfährt man, dass eine Geisha weniger eine Bordell-Angestellte (wie viele denken) als vielmehr eine Unterhaltungskünstlerin ist, die in jahrelanger Ausbildung nicht nur gut singen, tanzen, musizieren und Tee zubereiten, sondern auch verschiedene Konversationstechniken beherrschen muss. Natürlich ist auch das Aussehen und die Kleidung von besonderer Bedeutung.
Aber nicht nur die Ausbildung und das Leben als Geisha, auch die unglückliche und heimliche Liebe zu dem "Direktor" zieht sich durch die gesamte Story. Ich hab mich immer gefragt, ob es wohl zu einem Happy-End kommt, oder nicht. Der Teil, in dem der Werdegang der kleinen Chiyo zur Geisha Sayuri erfolgt, hat mir auch am besten gefallen. Es gibt immer wieder Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Während des Krieges muss sie dann auf den gewohnten Luxus verzichten und hart arbeiten. Dieser Abschnitt wird nicht so detailliert geschildert. Man bekommt hier aber einen guten Eindruck vom Japan der Vorkriegsjahre, der Wirtschaft, den Menschen und dieser ganz eigenen Kultur. Danach wird sie wieder zur Geisha. Sayuri versucht weiterhin alles , um doch noch mit ihrer großen Liebe zusammen zu kommen...
In den letzten Kapiteln gibt es dann viele Zeitsprünge, bzw. es werden oft mehrere Jahre zusammengefasst. Aber das ist okay, denn das ist auch nicht mehr so interessant.

Fazit:

Das Buch, das auf wahren Begebenheiten, nämlich aus den Erzählungen einer alten Geisha, beruht, aber dennoch fiktiv ist, hat mich in eine andere Welt entführt. Es ist spannend, berührend, faszinierend und unglaublich gut geschrieben. Durch die Ich-Erzählweise fühlt man sich mit Chiyo bzw Sayuri sehr verbunden. Jetzt bin ich gespannt auf den Film!

Meine Bewertung:  5 von 5 Sternen
 

Links:
Fanread: Die Geisha - Kapitel 1 Teil 1
Amazon: Die Geisha von Arthur Golden
Wikipedia: Die Geisha (Roman)

Montag, 25. Februar 2013

Lesenswert: Metaphysik der Röhren (Rezension)

Titel: Metaphysik der Röhren
Original: Métaphysique des tubes
Autor: Amélie Nothomb
Taschenbuch, 160 Seiten
Erschienen: 2000, in Deutschland: 2002


Metaphysik der Röhren (Amélie Nothomb)

Inhalt / Buchrücken:
"Bis sie zweieinhalb Jahre alt ist, empfindet sich Amélie als Röhre – als Speiseröhre, die sich füllt und wieder leert. Doch dann reist ihre Großmutter aus Belgien an und bringt ihr weiße Schokolade. Die ist süß. Die ist gut. Von nun an gibt es Werte. Und einen Sinn. Amélie ist mit einem Schlag aufgewacht. Kapriziös und neugierig macht sie sich auf die Erkundung der Welt, die sie umgibt, entdeckt dabei die Sprache, die Natur, die menschlichen Leidenschaften und die Geschichten, die sie von ihrer japanischen Kinderfrau erzählt bekommt. Sie läßt sich vergöttern – bis der Tag ihres dritten Geburtstags kommt, der Tag der Vertreibung aus dem Paradies."

1. Satz:
"Am Anfang war das Nichts."

Meine Rezension:

Warum habe ich das Buch gekauft?
Durch "Naokos Lächeln" und "Die Geisha" bin ich auf die japanische Literatur aufmerksam geworden und habe nach weiteren Büchern gesucht, die in Japan spielen.
Wovon handelt das Buch?
Amélie ist die Tochter eines belgischen Konsuls, der in Osaka/Japan arbeitet. Von Geburt an fühlt sich Amélie als Röhre, als Pflanze und auch als Gott! Das ändert sich, als sie mit zweieinhalbjahren von ihrer Oma weiße belgische Schokolade geschenkt bekommt. Sie macht sich Gedanken über ihre ersten Worte, die sie sagen wird, obwohl sie schon sprechen kann. Sie versteht sogar ihr japanisches Kindermädchen. Sie stellt fest, dass sie auch schon lesen kann, sagt es aber keinem. Im weiteren Verlauf wird erzählt, wie sie die Welt um sich herum wahrnimmt. Ihre erste Begegnung mit einem Staubsauger drückt sie z. B. so aus: "Der Apparat verschluckte die ihm begegnete materielle Realität und machte sie inexistent." An ihrem dritten Geburtstag kommt es zu einem tragischen "Unfall" ...
Was hat mir gefallen? Was gibt es zu kritisieren?
Es ist ein sehr ungewöhnliches Buch. Insbesondere die ersten Kapitel, in der Amélie sich als Röhre fühlt, sind etwas gewöhnungsbedürftig und ich habe mich gefragt, ob das wohl das ganze Buch so weiter geht. Zum Glück nicht. Es folgt der interessanteste Teil, in dem dargestellt wird, wie sie die Menschen und die Welt sieht, und das ist nicht die Sicht eines zweijährigen "normalen" Mädchens. Dann folgen einige Geschichten bzw. Erlebnisse, die ich nicht sonderlich interessant fand. Zum Schluss wird es dann aber noch einmal spannend...
Fazit: 

Das Buch hat mich nicht in allen Phasen überzeugen können: erst verwirrend, dann interessant, danach teilweise etwas langweilig und zum Schluss spannend.

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen

Autorin:
Amélie Nothomb (Fabienne-Claire), die am 9.7.66 in Kōbe (Japan) geboren wurde, hat ihre Kindheit und Jugend als Tochter eines belgischen Diplomaten in Japan und China verbracht. Sie hat Romanistik studiert und lebt zur Zeit in Brüssel.

Links:
Amazon: Metaphysik der Röhren
Wikipedia: Amélie Nothomb

Samstag, 12. Januar 2013

Lesenswert: Eines Abends in Paris von Nicolas Barreau (Rezension)

Titel: Eines Abends in Paris
Autor: Nicolas Barreau (geb.: 1980 in Paris)
Gebundene Ausgabe, 34 Kapitel + Epilog, 362 Seiten
Erschienen: 24. August 2012 

Eines Abends in Paris (Nicolas Barreau)

"Der küzeste Weg führt über das Auge zum Herzen."
 
Inhalt/Covertext:
"Alain Bonnard, Besitzer eines kleinen Programmkinos in Paris, das früher seinem Onkel gehörte, ist Nostalgiker aus Überzeugung. In seinem Cinéma Paradis gibt es keine Eimer mit Popcorn, keine XXL-Colabecher, keine Hollywood-Blockbuster. Ein schlechtes Konzept zum Überleben. Doch Alain hält an seinen Qualitätsansprüchen fest. Er möchte Filme zeigen, die Träume schenken, und er mag die Menschen, die in sein Kino kommen. Ganz besonders diese bezaubernde schüchterne Frau im roten Mantel, die jeden Mittwoch erscheint und sich immer in die Reihe 17 setzt. Was für eine Geschichte sie wohl hat?
Eines Abends fasst sich Alain ein Herz und bittet die schöne Unbekannte zum Abendessen. Die zarteste aller Liebesgeschichten bahnt sich an, da passiert etwas, das das Leben des eigenwilligen Kinobesitzers völlig auf den Kopf stellt: Das Cinéma Paradis soll Schauplatz in Allan Woods neuem Film Zärtliche Gedanken an Paris werden. Solène Avril, die Lieblingsschauspielerin des berühmten amerikanischen Regisseurs, kennt das Kino noch aus Kindertagen und hat es sich in den Kopf gesetzt, dort zu drehen. Alain ist völlig überwältigt, als er den kapriziösen Star persönlich kennenlernt. Mit einem Mal stehen das kleine Filmtheater und sein Besitzer im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Der plüschige Kinosaal ist nun jeden Abend ausverkauft.
Doch da ist eine Sache, die den jungen Mann sehr beunruhigt: Die Frau im roten Mantel, von der er nicht viel mehr weiß als ihren Vornamen, ist plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Zufall? Alain begibt sich auf die Suche und erlebt eine Geschichte, wie sie kein Kino schöner erfinden kann ..."



"Am Ende wird alles gut.Und wenn es nicht gut ist,
dann ist es auch noch nicht das Ende."
 Buchrücken:
"Ganz Paris träumt von der Liebe
Manche Besucher kommen nur ein mal, andere sind regelmäßig hier im Cinéma Paradis und ich meine sie fast zu kennen. Ich rede vielleicht nicht besonders viel, aber ich sehe viel. Ich verkaufe ihnen die Karten und ich sehe ihre Gesichter, ihre Geschichten, ihre Geheimnisse. Die Frau mit dem roten Mantel sitzt immer in Reihe 17, sie ist ganz  bezaubernd, und heute Abend werde ich sie endlich ansprechen und fragen, ob sie mit mir essen geht.“
In einem kleinen Kino in Paris werden plötzlich Träume wahr.
Nicolas Barreau zeigt uns, dass jede Liebe ein ganz besonders Geheimnis hat."
"Was im Leben du auch anfängst, tu es mit Liebe"
1. Satz:
"Eines Abends in Paris, es war etwa ein Jahr, nachdem das Cinéma Paradis wieder eröffnet worden war, und genau zwei Tage, nachdem ich das Mädchen im roten Mantel zum ersten Mal geküsst hatte und voller Unruhe unserer nächsten Begegnung entgegenfieberte, passierte etwas Unglaubliches."

Meine Rezension:

Warum habe ich das Buch gekauft?
1. Ich habe vor kurzem "Die Frau meines Lebens" von Nicolas Barreau gelesen und fand es unglaublich gut!
2. Die Geschichte spielt in meiner Lieblingsstadt Paris!
3. Das Buch handelt von einem Programmkino-Besitzer; Ich liebe es ins Kino zu gehen und würde auch gerne ein Programmkino betreiben.
4. In dem Buch spielen auch Katzen eine Rolle ;-)
5. Das Buchcover gefällt mir sehr gut!

Wovon handelt das Buch?
Die Geschichte wird aus der Sicht des Ich-Erzählers Alain Bonnard erzählt. Es sind im wesentlichen 3 Handlungsstränge: 1. Alain auf der Suche nach der Frau im roten Mantel (Mélanie), 2. Alains Bekanntschaft mit dem Regisseur Allan Wood (es ist nicht schwer zu erraten, wer damit gemeint ist), 3. Alains Beziehung zur Schauspielerin Solène Avril und 4. Alains und sein bester Freund Robert.

Was hat mir gefallen?
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Ich konnte mich auch gut mit dem Ich-Erzähler identifizieren. Es ist zu keinem Zeitpunkt langweilig. Man möchte immer wissen, wie es weiter geht. Manches ist etwas vorhersehbar, vieles entwickelt sich aber anders als gedacht.

Was gibt es zu kritisieren?
Wenn man vorher, wie ich, "Die Frau meines Lebens" gelesen hat, kommt einem einiges bekannt vor: Auch hier lernt er eine Frau kennen, die er zunächst aus den Augen verliert, um sich dann auf die Suche zu begeben. Die Suche zieht sich praktisch durch das ganze Buch hindurch. Anstatt Telefonnummern abzutelefonieren, geht er diesmal von Tür zu Tür. Es kommt auch hier zu Verwechselungen und es auch gibt wieder einen Dimitri! Nicolas Barreau hat also bei sich selber ein bisschen abgekupfert.

Das Beste zum Schluss?
Das letzte Kapitel ist ein Epilog. Es ist ein Jahr vergangen. Auf sieben Seiten erzählt Alain, was sich in den letzen 12 Monaten getan hat. Alle wichtigen Personen werden noch einmal erwähnt. Ich finde das sehr gelungen, denn das gibt dem Ganzen einen guten und runden Abschluss und kein abruptes Ende.
Auf der letzten Seite gibt es dann noch eine Liste von 25 Liebesfilmen aus dem Cinéma Paradis: "Les Amours au Paradis" - eine sehr gute Idee und Anregung!

Fazit: Auch es einige Wiederholungen zum Roman "Die Frau meines Lebens" gibt, hat mich der Roman doch wirklich sehr gut unterhalten. Ich kann es nur jedem empfehlen, der etwas für Romantik & für's Kino übrig hat.

Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Zum Autor:
Nicolas Barreau (geboren 1980 in Paris) studierte Romanistik und Geschichte an der Sorbonne und ist heute freier Autor. Mit seinen im Thiele Verlag erschienenen erfolgreichen Romanen "Die Frau meines Lebens" (2007) und "Du findest mich am Ende der Welt "(2008) hat er sich ein begeistertes Publikum erobert. Sein Buch "Das Lächeln der Frauen" (2010) brachte ihm den internationalen Durchbruch, wurde in 20 Sprachen übersetzt und stand in mehreren Ländern auf der Bestsellerliste, in Deutschland monatelang auf Platz 1.

Links:
Amazon: Eines Abends in Paris (Gebundenes Buch)
Hörbuch (5 CD's): Eines Abends in Paris (Hörbuch)
Autor: Facebook-Fanseite von Nicolas Barreau
Videokritiken: ChocolatPony, LettersFromJuliet01,TheBookLook

Freitag, 7. Dezember 2012

Lesenswert: Frannys Reise von Constanze Köpp (Rezension)

Titel: Frannys Reise
Sub-Titel: Eine kleine Geschichte über das Leben und das Sterben
Autorin: Constanze Köpp (geb.: 1969)
Gebundene Ausgabe, 6 Kapitel, 96 Seiten
Erschienen: 6. September 2008 

Frannys Reise (Constanze Köpp)
 "Wenn die Erde ein Kind verliert, gewinnt der Himmel einen Engel"

Buchrücken:
"Franny ist fünfzehn und leidet an einer unheilbaren Krankheit. An einem 17. Juni nimmt sie Abschied von ihrem viel zu kurzen Leben. Als sie die Augen schließt, freut sie sich auf ihre neue Wohnung im Himmel - sie möchte ja nicht als Miesepeter beim lieben Gott einziehen. In aller Stille geht Franny auf ihre letzte Reise. Die Krankheit bleibt zurück im Sarg, zusammen mit Bruno, ihrem Teddy.
Frannys Reise ist eine Liebeserklärung an das Leben - weil es voller Fragen steckt: über Gott, den Tod und die Seele, über beste Freudinnen und Schmetterlinge im Bauch.
Und weil es Antworten gibt, die Mut machen, wenn der Schmerz über den Verlust eines Kindes alle Hoffnung raubt."
"Niemand ist tot, solange man an ihn denkt!"
1. Satz:
"Ich heiße Franny, und auf der Erde war ich genau fünfzehn Jahre, sieben Monate und dreizehn Tage lang."

Inhalt:
Das Buch beinhaltet 5 Kapitel:

Das Leben davor
Franny stellt sich auf 2 Seiten kurz vor. Sie ist seit 5 Monaten im Himmel und erzählt ihre Geschichte...

Wie alles begann
Franny leidet an Mukoviszidose, oder "Mukki", wie sie die 'schleichende' Stoffwechsel-Krankheit nennt, an der etwa 5.000 Menschen in Deutschland erkrankt sind und mit der man schon geboren wird. 
Franny sagt:
"Allein sein und einsam sein ist aber nicht dasselbe! Ich glaube, allein sein geht nach außen, einsam sein geht nach innen."

Abschied
Franny bereitet sich auf ihren Tod vor.
In diesem Kapitel wird auch kurz auf die beiden Bücher "Der kleine Prinz" und "Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna" eingegangen.
Franny sagt:
"Niemand ist tot, solange man an ihn denkt."
"STErbeN - in diesem Wort ist auch das Wort 'Stern' verborgen. Wenn jemand stirbt, leuchtet ein Stern mehr am Himmel."
"Jeder kann tun, was der andere tut, aber keiner kann fühlen, was der andere fühlt."

Hier, die vielleicht emotionalste Stelle:
"Es sollte endlich soweit sein! Etwas fühlte sich anders an als sonst. Lieber Gott, ich bitte dich, mich noch heute zu dir zu nehmen! Alles tut jetzt weh wie nie zuvor. Ich kann und will nicht mehr die starke Franny sein! Hörst du mich, hast du gerade Zeit für mich?"

Angekommen 
Franny kommt im Himmel an.
Sie sagt:
"Manche Menschen tun viel für einen schönen Körper, kümmern sich aber weniger um eine schöne Seele."
"Was nützt ein teures und großes Auto, wenn man traurig hinterm Steuer sitzt?"


Letzter Atemzug
Eine letzte Nachricht von Franny an ihre Eltern.
Franny sagt: 
"Ich weiß, dass ihr mich nicht gehen lassen wollt. Aber stellt euch ein Seil vor. An einem Ende zieht der Himmel, am anderen die Erde. Bitte lasst das Seil los, damit meine Reise nicht so anstrengend wird."

Autorin:
Constanze Köpp, geboren 1969, hat 2007 das Ein-Frau-Unternehmen "Wohnkosmetik" gegründet, das sie mit wachsendem Erfolg führt. Darüber hinaus ist sie als Autorin und freie Journalistin tätig. Die Wohnberaterin lebt mit ihren zwei Töchtern in Hamburg.

Rezension:

Das Buch ist leider sehr dünn und locker an einem Nachmittag durchzulesen. Das Cover ist sehr schön gestaltet! Einige Highlights habe ich oben schon aufgeführt. Es gibt  aber noch mehr interessante Stellen, über die man nachdenken möchte. Andererseits steht 'Gott' für mich zu sehr im Vordergrund. Weniger wäre hier mehr gewesen. Es werden auch sehr viele Fragen gestellt, die dann aber leider nicht beantwortet werden. Das Buch hat mich nicht so berührt, wie das vergleichbare "Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna" und es ist auch nicht so tiefgründig wie "Der kleine Prinz", dennoch habe ich es gern gelesen und mir einige Stellen markiert, die ich sicher noch häufiger lesen werde.

Fazit:
Das Buch ist lesenswert, aber da es mich persönlich nicht ganz so emotional berührt, wie z. B. "Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna" und auch viel zu kurz ist, gebe ich dem Buch deshalb gute 4 von 5 Sternen.

Links:
Autor: Blog von Constanze Köpp
Buch: Frannys Reise (Amazon)